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Einfach gemacht: Automatisch erstellte „Patientenbriefe nach stationärem Aufenthalt“ verbessern Gesundheitskompetenz

17. Mai 2022

Lohfert-Preis

Christoph Lohfert Stiftung prämiert gemeinsames Projekt von „Was hab‘ ich?“ gGmbH mit der Technischen Universität Dresden zur Steigerung von Gesundheitskompetenz und Patient Empowerment - hier die Pressemitteilunng im Wortlaut:

Der Lohfert-Preis 2022 geht an das Projekt „Patientenbriefe nach stationärem Aufenthalt“ der „Was hab‘ ich?“ gemeinnützige GmbH und der Herzzentrum Dresden GmbH Universitätsklinik sowie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität (TU) Dresden. Der mit 20.000 Euro dotierte Förderpreis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Schirmherrin ist Dr. Regina Klakow-Franck, stellvertretende Leiterin des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG). Die Preisverleihung und Vorstellung des Preisträgers findet am 20. September 2022 im Rahmen des Hamburger Gesundheitswirtschaftskongresses statt.

„Patientenorientiert, digital, innovativ – das hätte auch dem Stifter sehr gut gefallen“
Dr. Andreas Tecklenburg, Jurymitglied des Lohfert-Preises © A. Tecklenburg
Dr. Andreas Tecklenburg, Jurymitglied des Lohfert-Preises © A. Tecklenburg

Dr. Andreas Tecklenburg, Sprecher der Jury, begründet die Wahl: „Mit Unterstützung von artifizieller Intelligenz entsteht hier ein patientengerechter Brief, der den Patienten oder die Patientin sehr umfangreich aufklärt, was er oder sie eigentlich hatte und was gemacht worden ist,“ so der Co-Geschäftsführer der Marienhaus Holding GmbH und der Marienhaus Kliniken GmbH, Waldbreitbach. „Das Projekt verbindet vieles, was der Christoph Lohfert Stiftung wichtig ist: Es füllt die Ausschreibungsaspekte „Erreichbarkeit, Aufklärung und Beteiligung“ durch Patientenorientierung und Empowerment mit Leben. Es ist digital, innovativ und wissenschaftlich ordentlich evaluiert. Das hätte auch dem Stifter Dr. Christoph Lohfert sehr gut gefallen.“

Effektiv, effizient und vom G-BA empfohlen – die automatische Erstellung von Patientenbriefen in einfacher Sprache
Ansgar Jonietz, Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH, © Amac Garbe
Ansgar Jonietz, Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH, © Amac Garbe

Knapp 60 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen haben eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Ihr Zugang zu gesundundheitsrelevanten Informationen und zur Möglichkeit, gute Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen zu können, ist erschwert – dies ist vor allem nach einem Klinikaufenthalt bedeutsam. Leicht verständliche Patientenbriefe können den Patient:innen und ihren Angehörigen das Verständnis für die relevanten Entlassinformationen erleichtern und sie zur Beteiligung an Gesundheitsentscheidungen sowie zu gesundheitsförderlichen Verhalten befähigen.

Die „Was hab‘ ich?“ gGmbH hat hierfür eine digital unterstützte, skalierbare Lösung gefunden, die voll-automatisch leicht verständliche, individuelle Entlassungsbriefe erstellt und eine einfache Übernahme in das Entlassmanagement jeder Klinik erlaubt. Der Innovationsausschuss beim G-BA empfiehlt, dass Patientenbriefe Teil der Regelversorgung werden.

Projektpartner und Förderung

Initiiert wurde das Projekt durch Ansgar Jonietz, Gründer und Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH, der die Software-Entwicklung und Durchführung des Projekts verantwortet. Die Erprobung der automatisiert erstellten Patientenbriefe fand am Herzzentrum Dresden statt, die Wirkung der Intervention wurde in Zusammenarbeit mit dem Bereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden evaluiert.

Das Projekt „Patientenbriefe nach stationärem Aufenthalt“ wurde über dreieinhalb Jahre vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert.

Lobende Erwähnungen

Neben dem Lohfert-Preis 2022 wurden folgende Projekte von der Jury lobend erwähnt:

  • Gesundheitsfachkräfte im Quartier - Bremen & Bremerhaven. Ein Projekt der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. Dieses Projekt weise „einen hohen Impact“ auf, so die Jury. Es verdiene große Anerkennung.
  • Reziproke Alarmierung (rA) für Ersthelfer-Alarmierungssysteme – App unabhängig. Ein Projekt der Björn Steiger Stiftung Winnenden. Dieses Projekt habe ein sehr großes Potenzial, die Versorgungssicherheit bei Herz Kreislaufstillstand zu erhöhen, erklärt Jurymitglied Andreas Tecklenburg.

Zum Lohfert-Preis

Der Lohfert-Preis wird seit dem Jahr 2012 ausgeschrieben. Das Ziel: die Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung der Patientensicherheit und -orientierung. Das Ausschreibungsthema des diesjährigen Lohfert-Preises lautete: Gemeinsam für mehr Gesundheit: Modelle und Technologien zur Verbesserung der Erreichbarkeit, Aufklärung und Beteiligung in der gesundheitlichen Versorgung. Der Preisträger 2022 wurde von einer unabhängigen Jury mit Vertretern aus dem Gesundheitswesen aus 75 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Als Gastjurorin nahm Prof. Dr. Freia De Bock, MPH, Leitung Bereich Versorgungsforschung im Kindes- und Jugendalter am Universitätsklinikum Düsseldorf, an der Arbeit der Jury teil.


Kontakt

Christoph Lohfert Stiftung
Stiftungskommunikation
Julia Hauck
presse@christophlohfert-stiftung.de
T +49.40.55 77 54 00

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