Hintergrund: Komplexe Ablationsverfahren (bei denen krankhaftes Gewebe am Herzen mithilfe eines Katheters entfernt/verödet wird (https://www.gesundheitsinformation.de/was-passiert-bei-einer-katheterablation.html)) , Anm.d.R.) erfordern dreidimensionale (3D) elektroanatomische Mapping (EAM)-Systeme, die normalerweise vor Ort von technischen Fachingenieuren (FTEs) bedient werden. Aufgrund von Fachkräftemangel müssen FTEs häufig zwischen Krankenhäusern reisen, was eine sorgfältige Terminplanung erfordert. Zur Lösung dieses Problems wurden Remote Access (RA) und technische Unterstützung eingeführt. Durch diese Technologie können die EAM-Systeme vollständig aus der Ferne von FTEs gesteuert werden.
Elektrophysiologisches Labor effektiv nutzen
Ziele: Der Zweck der Implementierung von RA für komplexe Katheterablationen besteht darin, die Flexibilität im EP-Labor zu erhöhen und die Nutzung der Gesundheitsressourcen effizient und nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus zielt dieser Ansatz darauf ab, die Reisebelastung für die FTEs erheblich zu reduzieren und in der Folge die damit verbundenen CO₂-Emissionen zu verringern.
Elektroanatomisches Mapping aus dem Home Office
Umsetzung: Die Prozesse wurden in unserem tertiären EP-Zentrum geändert, sodass RA für Katheterablationen nun routinemäßig an festen Tagen eingesetzt wird. An diesen Tagen werden die EAM-Systeme ausschließlich aus der Ferne von FTEs, die von ihren Homeoffices aus arbeiteten, unter Verwendung einer integrierten audiovisuellen RA-Lösung gesteuert. Eine prospektive, beobachtende Studie zur Bewertung der Sicherheit und Machbarkeit dieses Ansatzes wurde initiiert.
Ergebnisse: Insgesamt wurden zwischen September 2022 und September 2024 269 konsekutive Patienten behandelt. Davon erhielten 61,7 Prozent eine Vorhofflimmern-Ablation. Weitere Eingriffe umfassten sogenannte CTI-, SVT-, AV-Knoten-Ablationen, Ablation bei supraventrikulären Extrasystolen, elektrophysiologische Untersuchungen, sowie Ablationen bei ventrikulären Extrasystolen und Tachykardien. In einem Fall war eine Umstellung auf Vor-Ort-Unterstützung erforderlich, bedingt durch einen Bedienfehler nach einem Software-Update des RA-Systems. Schwere Komplikationen traten bei 2,6 Prozent der Patient:innen auf, leichte bei 5,9 Prozent, ohne Zusammenhang mit dem RA-System.
47.798 km eingespart
Die Reisebelastung für FTEs wurde um 47.798 km reduziert, wodurch ca. 15,7 Tonnen CO₂ eingespart wurden, was der Kompensationsleistung von 604 Bäumen in einem Jahr entspricht.
Fazit: Die routinemäßige Implementierung von RA für komplexe Ablationsverfahren war sicher und machbar und führte zu einer signifikanten Reduktion der Reisebelastung und CO₂-Emissionen. Dieser Ansatz hat das Potenzial, die Flexibilität im EP-Labor zu verbessern und die Nachhaltigkeit von Katheterablationen zu erhöhen.