CO2-Bilanz in der Endoskopie erstmals berechnet
Hintergrund: In den letzten Jahren wurde der Kohlenstoffdioxid (CO2)-Ausstoß in der gastrointestinalen Endoskopie als Problem erkannt. Vor allem Scope 3 Emissionen, verursacht durch u.a. Müll und Herstellung, Verpackung und Transport gekaufter Waren, tragen zum CO2-Fußabdruck bei. Zum Zeitpunkt der Studie gab es keine Daten über die Höhe der CO2-Emissionen gastrointestinaler Endoskopien und die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Reduktion von insbesondere Scope3-Emissionen.
Ziele: Bestimmung der CO2-Emissionen einer gastrointestinalen Endoskopie und Messung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Reduktion der Scope3-Emissionen
Umsetzung: Phase 1: Zur Berechnung der CO2-Emissionen der gastrointestinalen Endoskopie der Uniklinik Würzburg wurde der CO2-Verbrauch von elektrischem Strom und Gas für die Heizung (Scope 1 und 2); der Verarbeitung von anfallendem Müll sowie der Anzahl endoskopischer Instrumente und Schutzmaterialien (Scope 3) berechnet. Zur Berechnung der CO2-Emissionen der verwendeten Produkte erhielten alle Zulieferer einen Fragebogen (u.a. Materialzusammensetzung, Transportart, Corporate carbon footprint). Danach erfolgte anhand der Angaben zu Materialzusammensetzung, Transport und Gewicht die Berechnung des CO2-Verbrauchs für je ein Referenzprodukt der gebildeten 11 Produktkategorien.
In Phase 2 wurden neben Einführung einer Mülltrennung und Mitarbeiterschulungen (u.a. Recycling, Instrumentenverbrauch) Produkte mit hohem CO2-Verbrauch gegen nachhaltigere Alternativen ausgetauscht.
Ergebnisse: Nur 26 von 40 Firmen beantworteten den Fragebogen. Keine Firma kannte den CO2-Fußabdruck für das angefragte Produkt. Insgesamt wurde für die Endoskopie der Uniklinik Würzburg ein jährlicher CO2-Verbrauch von 62,72tCO2e berechnet. Für Scope 1: 35,91t durch den Verbrauch von Erdgas für Heizzwecke und für Scope 2 Null Tonnen CO2 Äquivalente aufgrund der Nutzung von 100% grünem Strom.
Nachhaltige Alternativen senken Emissionen deutlich
Der Jahresverbrauch von Scope 3 wurde mit 27. Tonnen CO2 Äquivalenten berechnet. Er konnte insgesamt um 18,4% reduziert werden:
- Miuns 20,1% durch Einführung eines Recyclingsystems
- Minus 10% durch Mitarbeiterschulung (Instrumentenverbrauch)
- Miuns 11,5 % durch Austausch endoskopischer Instrumente mit hohem CO2-Verbrauch durch
Fazit: Die vorliegende Studie ist die erste, die den CO2-Verbrauch einer Endoskopieeinheit berechnen konnte. Durch Reduktion der Instrumentenanzahl pro Eingriff, Recycling von Verpackungsmaterial und Umstellung auf nachhaltigere Produkte konnten die CO2-Emissionen verringert werden, ohne den endoskopischen Arbeitsablauf zu beeinträchtigen.