Hintergrund: Der Gesundheitssektor zählt zu den größten Verursachern von Umweltbelastungen, insbesondere durch den hohen Verbrauch an Plastikprodukten. Patient:innenarmbänder aus Plastik, ein unverzichtbares Identifikationsmittel in Kliniken, tragen aufgrund ihrer Einweg-Nutzung erheblich zum Plastikmüll bei. Angesichts der ökologischen Folgen entwickelte die Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie des Klinikums Klagenfurt das Projekt „PIDA“, das auf den Ersatz von Plastikarmbändern durch umweltfreundliche Alternativen aus Papier abzielt.
Ziele: „PIDA“ zielt darauf ab, den Plastikverbrauch nachhaltig zu reduzieren, CO₂-Emissionen zu senken und gleichzeitig Betriebskosten zu sparen. Dabei steht die Einhaltung hoher Standards für Sicherheit, Hygiene und Funktionalität im Fokus. Langfristig soll die umweltfreundliche Lösung im Klinikbetrieb fest verankert und flächendeckend etabliert werden, um die Ressourcenschonung im Gesundheitswesen voranzutreiben. Umsetzung: Nach einer 6-monatigen Pilotphase (ab 11/21) an der Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, bei der die Papierarmbänder auf Anwendbarkeit, Sicherheit und Komfort geprüft wurden, wurde das Projekt schrittweise ausgeweitet. Seit 10/22 ist „PIDA“ im gesamten Ambulanzbetrieb des Klinikums Klagenfurt fest etabliert. Aufgrund des Erfolgs wurde „PIDA“ im Jahr 2023 auf alle KABEG-Häuser ausgeweitet.
Ergebnisse: Im Jahr 2022 konnten durch die Umstellung 298,1 kg Plastik eingespart werden, 2023 waren es bereits 1.249,8 kg und 2024 insgesamt 1.282,5 kg. Dies führte zu einer CO₂-Reduktion von 1.117,83 kg im Jahr 2022, 4.685,7 kg in 2023 und 4.809,2 kg in 2024. Auch die Betriebskosten konnten signifikant gesenkt werden, mit Einsparungen von 11.528 € 2022, 48.328 € in 2023 und 49.582 € in 2024. Die Rückmeldungen von Patient:innen und Mitarbeiter:innen waren durchweg positiv, da die Papierarmbänder als komfortabel und erleichternd empfunden wurden.
Fazit: „PIDA“ zeigt, dass nachhaltige Innovationen im Gesundheitswesen möglich sind, ohne Patientenversorgung oder Klinikbetrieb zu beeinträchtigen. Es liefert ein praxisorientiertes Beispiel, wie ökologische Verantwortung mit ökonomischer Effizienz kombiniert werden kann. Durch die KABEG-weite Etablierung und die positive Resonanz bietet „PIDA“ ein Modell, das auch in anderen Kliniken Anwendung finden könnte, um den Plastikverbrauch im Gesundheitswesen weiter zu reduzieren und langfristig zum Umweltschutz beizutragen.